Die Lehrpersonen vermitteln die sexualkundlichen Inhalte mit der nötigen Sorgfalt und Professionalität. Bei der Auswahl der Themen und der Gestaltung des Unterrichts berücksichtigen sie das Alter und den Wissensstand der Schülerinnen und Schüler.

Die Lehrpersonen lernen während ihrer Ausbildung, für die jeweiligen Schulstufen altersgerechte Unterrichtsprogramme zu entwickeln. Sie sind in der Lage, aufgrund eines vorgegebenen Lernziels passende Unterrichtsinhalte auszuwählen und das Thema in einer geeigneten Form zu vermitteln.

Der Teilbereich innerhalb der Ausbildung von Lehrpersonen, der sich mit Sexualerziehung befasst, wird als Sexualpädagogik bezeichnet. Eine Situationsanalyse aus dem Jahr 2007 hat ergeben, dass der inhaltliche und zeitliche Umfang für die Vermittlung von Sexualpädagogik an den Ausbildungsstätten für Lehrpersonen stark variiert. Laut dem nationalen HIV-Programm 2011–2017 sollen die Kantone in Zusammenarbeit mit dem Bund darauf hinwirken, dass in der Schweiz die Voraussetzungen für eine flächendeckende und ausreichende Sexualpädagogik gegeben sind. Ob in diesem Bereich tatsächlich etwas getan wird, hängt von den kantonalen Erziehungsdepartementen ab.

Schülerinnen und Schüler haben manchmal persönliche Fragen, die sie nicht an jene Person richten möchten, von der auch die schulischen Leistungen bewertet werden. Daher entsprechen externe Fachpersonen dem Bedürfnis nach Anonymität viel eher als die klasseneigene Lehrperson. In Erhebungen von sechs verschiedenen Kantonen aus der Zeit zwischen 1998 und 2006 zeigte sich auch, dass die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ein Gespräch mit Fachpersonen führen zu können, als eine ideale Unterrichtsform erachten.

In einigen Kantonen in den westlichen Regionen der Schweiz (Genf, Waadt, Wallis, Bern, Neuenburg und Jura) erteilen daher seit mehr als 30 Jahren externe Fachpersonen den sexualkundlichen Unterricht. In der Deutschschweiz zeichnen sich vergleichbare Kooperationen mit Fachpersonen ab (z.B. Luzern und Zürich).