Die Schule hat einen gesellschaftlichen Bildungsauftrag. Ihre Aufgabe ist es, die Eltern bei der Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages zu unterstützen. Sie vermittelt sexualkundliche Informationen, die in einem gesellschaftlichen Gesamtinteresse entsprechen.

Die Verantwortung für die Erziehung der Kinder liegt zwar voll und ganz bei den Eltern, aber sie sind mit dieser anspruchsvollen Aufgabe nicht allein. Die Schule unterstützt die Eltern im Rahmen des gesellschaftlichen Bildungsauftrags. Mit dem sexualkundlichen Unterricht vermittelt sie in erster Linie Informationen zu Fakten und Zusammenhängen im Bereich der Sexualität (z.B. biologische und gesundheitlichen Aspekte). Im Rahmen des lebenskundlichen Unterrichts thematisiert die Schule Fragen zu Freundschaft, Liebe und Partnerschaft. Damit ergänzt sie die viel breiter gefasste elterliche Sexualerziehung.

Seit vielen Jahren sind sexualkundliche Informationen Gegenstand kantonaler Volksschullehrpläne. Die Vorgaben in den Lehrplänen sind für alle Schulen verbindlich. Die Umsetzung ist Aufgabe der Lehr- oder Fachpersonen. Ergänzend dazu haben die Gemeinden die Möglichkeit, Schulprojekte umzusetzen, in denen sexualkundliche Themen behandelt werden. Die Durchführung solcher Projekte liegt in der Verantwortung der lokalen Schulbehörden und Schulleitungen.

Der sexualkundliche Unterricht findet in der Regel in der Schule selbst statt. Manchmal wird der Unterricht aber auch an eine Beratungsstelle verlegt (z.B. HIV-Präventionsstelle). So können die Schülerinnen und Schüler die entsprechenden Örtlichkeiten und die Beraterinnen und Berater kennen lernen.

Sprachregionale Lehrpläne vereinfachen den Eltern und Kindern einen Schulwechsel, der mit einem Wechsel des Wohnkantons verbunden ist. Dieser Vorteil gilt für fast alle Fächer, insbesondere die wichtigen Fächer Deutsch und Mathematik. Die bisherige kantonale Regelung der Lehrpläne hatte zur Folge, dass die Kinder bei einem Kantonswechsel Schulstoff nachholen mussten oder eine Klasse repetieren mussten. Die Eltern mussten oft Hilfe bei den Hausaufgaben leisten.

Auch nach der erfolgreichen Einführung von sprachregionalen Lehrplänen, wird jeder Kanton die Rahmenbedingungen und Detailregelungen des sexualkundlichen Unterrichts eigenständig bestimmen. Auch die Gemeinden, Schulen und die Lehrpersonen behalten ihren bisherigen Handlungsspielraum.