Selbstverständlich dürfen die Eltern wissen, was im Sexualkundeunterricht an der Schule vermittelt wird. Nach dem Prinzip der gegenseitigen Kooperation gibt es verschiedene Möglichkeiten für Transparenz.

Lehr- und Fachpersonen passen ihr Unterrichtsprogramm dem Alter und dem Wissensstand der Schülerinnen und Schüler an. Darüber hinaus orientieren sie sich an örtlichen Usanzen und den Vorgaben der Schule oder des Kantons. Die sorgfältige Vorbereitung des Unterrichts hat unter anderem zum Ziel, dass das Programm möglichst allen Schülerinnen und Schülern entspricht. Dass das Programm allen gefällt, ist kaum zu erreichen. Die Lehr- und Fachpersonen müssen zwar der überwiegenden Mehrheit einer Klasse gerecht werden, jedoch niemals allen Schülerinnen und Schülern. Oder anders gesagt, wenn einzelne Schülerinnen und Schüler mit dem sexualkundlichen Unterricht nicht zufrieden sind, so heisst dies nicht, dass deswegen das Programm oder der Unterricht angepasst werden muss.

Falls eine externe Fachperson in die Klasse kommt, hat dies den Vorteil, dass die Schülerinnen und Schüler offen ihre Fragen zum Thema stellen können, ohne dass die Lehrperson anwesend ist, die im schulischen Alltag auch die Bewertungen der Schülerleistungen vornimmt. Aus diesem Grund nimmt die Lehrperson am sexualkundlichen Unterricht in der Regel nicht teil, falls eine externe Fachperson diese Aufgabe übernimmt.

Steht in der Schule die explizite Sexualaufklärung auf dem Programm, so teilt die Lehrperson dies der Klasse vorher mit. Schülerinnen und Schüler, die sich nicht für das Thema interessieren oder andere Vorbehalte haben, dürfen selbstverständlich auf die Lehrperson zugehen. In der Regel können in einem persönlichen Gespräch die Bedenken beseitigt werden. Gleiches gilt für die Eltern. Lehrpersonen können den Eltern zum Beispiel Einblick in die Unterrichtsmaterialien geben und ihnen die Ziele und Inhalte des Unterrichtsprogramms erklären. Auch wenn eine externe Fachperson den Sexualkundeunterricht erteilt, können die entsprechenden Unterrichtsprogramme oder Leistungsaufträge bei der Klassenlehrperson oder bei der Schulleitung angefordert werden. Sie sind teilweise auch im Internet publiziert. Die Eltern dürfen von der Schule Transparenz erwarten. Wobei die Schule natürlich auch seitens der Eltern den Willen für deren Kooperation erwarten darf.