In der Schweiz gilt der Grundsatz, dass alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu Bildung haben sollen. Deshalb ist der Unterricht in Primarschule und auf Sekundarstufe I obligatorisch. Der gesellschaftliche Auftrag an die Schule, ein ausreichendes Unterrichtsangebot bereit zu stellen, wird durch die kantonalen Lehrpläne konkretisiert.

In der Schweiz haben alle Kinder und Jugendliche einen Anspruch darauf, unentgeltlich den Unterricht der Primarschule und der Sekundarstufe I zu besuchen. Damit alle Kinder und Jugendlichen Zugang zu Bildung haben und damit auch alle gleich viel Zeit an der Schule verbringen, gilt in der Schweiz die allgemeine Schulpflicht. Wie viele Schulstunden für welches Fach pro Woche eingesetzt werden und auch die gesamte Lektionenzahl pro Woche variiert von Kanton zu Kanton stark. Grundsätzlich ist aber gewährleistet, dass die Kinder und Jugendlichen im jeweiligen Kanton pro Altersstufe in der Regel gleich viele Schulstunden absolvieren.

Der gesellschaftliche Auftrag an die Schule, ein ausreichendes Unterrichtsangebot bereit zu stellen, wird durch die kantonalen Lehrpläne konkretisiert. Die Schule erfüllt ihren Bildungsauftrag in Zusammenarbeit mit den Eltern und unterstützt diese in ihrem Erziehungsauftrag.

Der sexualkundliche Unterricht ist teilweise auch Gegenstand von kantonalen Schulgesetzen und Richtlinien, die Form und Inhalt des sexualkundlichen Unterrichts festlegen. Entgegen der allgemeinen Schulpflicht haben die Kantone die Möglichkeit, die Frage der Dispensation beim sexualkundlichen Unterricht anderweitig zu regeln.

In einem Grundsatzpapier der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) ist der Bildungsauftrag für den sexualkundlichen Unterricht wie folgt formuliert:

Es gehört zu den Aufgaben der Schule, sicherzustellen, dass Jugendliche über grundlegende Kenntnisse zur Sexualität und zur gesundheitlichen Prävention verfügen. Am Ende der obligatorischen Schulzeit sollen sie

  • über die Körpermerkmale und Funktionen des männlichen und weiblichen Körpers, die Entwicklungen in der Pubertät, über Fruchtbarkeit und Schwangerschaft Bescheid wissen und Möglichkeiten zur Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft kennen;
  • die Risiken und Symptome sexuell übertragbarer Krankheiten kennen und wissen, wie man sich vor deren Übertragung schützen kann;
  • einen angemessenen sprachlichen Umgang mit Sexualität erworben haben;
  • sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt als solche erkennen können und wissen, wie man sich dagegen wehren kann;
  • wissen, wo sie Hilfe erhalten, falls sie Probleme haben.